Die Ausstellung ist verlegt, darum ist dieser Artikel im Archiv.

Von Auschwitz in den Harz

Ausstellungsplanung zum Konzept "Erinnerungskultur in Oldenburg"

..."Anfang August 1944 löste die SS das „Zigeuner-Familienlager" in Auschwitz auf. Wer als nicht arbeitsfähig galt, vor allem Alte und Kinder, wurde ins Gas geschickt. Nur etwa 3000 Männer und Frauen ließ die SS am Leben - sie sollten Zwangsarbeit für den von den Nationalsozialisten propagierten „Endsieg" leisten. Während die Frauen in das KZ Ravensbrück kamen, brachte die SS fast alle überlebenden Jungen und Männer in den Harz, in das KZ Mittelbau-Dora. Damit wurde Mittelbau-Dora im letzten Kriegsjahr zur zentralen Haftstätte für männliche Sinti und Roma.

In den Lagern des KZ Mittelbau mussten sie kräftezehrende Zwangsarbeit auf Baustellen und in der Raketenmontage des unterirdischen Mittelwerkes leisten.

Die Ausstellung richtet den Blick auf die Verschleppung der Sinti und Roma von Auschwitz in den Harz. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen das Elend und das Massensterben, doch sie erzählt die Geschichte der Sinti und Roma im KZ Mittelbau auch als eine von Eigensinn, Selbstbehauptung und Widerstand gegen den erklärten Vernichtungswillen der SS. Und sie endet ganz bewusst nicht mit der Befreiung der Überlebenden im April/Mai 1945. Sie verdeutlicht, dass den überlebenden Sinti und Roma in Deutschland, aber auch in anderen Ländern Europas noch lange nach dem Krieg die Anerkennung als NS-Opfer versagt blieb und die Minderheit vielfach auch heute ausgegrenzt und diskriminiert wird.

Die Verfolgung von Sinti und Roma begann nicht erst 1933, und sie endete nicht 1945. Auch wenn der Massenmord der Nationalsozialisten an den Sinti und Roma nicht mit heutigen Formen des Antiziganismus gleichgesetzt werden kann, so weisen doch viele Elemente der Ausgrenzung und Verfolgung in der NS-Zeit Ähnlichkeiten zu früheren und auch zu heutigen Formen der Diskriminierung auf. In regionalgeschichtlicher Perspektive zeigt die Ausstellung, wie Nordhäuser Behörden von der Polizei über das Arbeitsamt bis zur Stadt- und Kreisverwaltung sich vor und nach 1933 bemühten, Sinti und Roma aus der Gesellschaft auszuschließen, indem man persönliche Daten erfasste, ihre Bewegungsfreiheit einschränkte und sie zur Zwangsarbeit verpflichtete. ...

Nordhausen war kein Einzelfall. Die Stadt steht exemplarisch für Hunderte deutscher Kommunen, deren Verwaltungen - mit Rückendeckung der Reichs- und Landesbehörden - aktiv und aus eigenem Antrieb daran arbeiteten, die Minderheit der Sinti und Roma an den Rand zu drängen, festzusetzen und der SS auszuliefern. Wie dies geschah, sagt viel über die Wirkungsmechanismen einer rassistisch formierten Gesellschaft, die zwischen den ..Eigenen" und den „Fremden" unterschied. Und hier zeigen sich erschreckende Parallelen zur heutigen Situation - in Ost- und Südosteuropa, aber oft auch in Deutschland. ..." aus dem Vorwort der Begleitbroschüre zur Ausstellung


Internationaler HolocaustGedenktag

27. Januar 2019 am 1989 erichteten Gedenkstein an die 74 ermordeten oldenburger Sinti

Die Sinti-Swing Oldenburg (an der Violine ein Roma aus Belgien) spielt zum Gedenken an die 74 ermordeten Oldenburger Sinti
Die Sinti-Swing Oldenburg (an der Violine ein Roma aus Belgien) spielt zum Gedenken an die 74 ermordeten Oldenburger Sinti
Bürgermeisterin Frau Wolff und Herr Schwarz bei der Kranzniederlegung
Bürgermeisterin Frau Wolff und Herr Schwarz bei der Kranzniederlegung

Vor 30 Jahren erreichte die „Bürgerinitiative Sinti in Oldenburg“ (ihr gehörten Sinti und andere Bürger an), die Errichtung eines Gedenksteins für die Sintiopfer des
Holocaust am Friedhofsweg in Oldenburg/Bürgerfelde. Es war das erste Mal, das eine Kommune ein Denkmal finanziell und ideell unterstützte. Zwei Jahre später (1991) wird die Straßenfestlegung für die Familie-Mechau-Straße
in Bürgerfelde beschlossen, 1992 feierlich öffentlich eingeweiht.

Weiter unten steht eine Dokumentation des Verlaufes zur Errichtung der Gedenkstätten für die Opfer der Sinti während der nationalsozialistischen Diktatur in Oldenburg von G.Heuzeroth zum Download.

Im Anna-Schwarz RomnoKher, dem Kulturzentrum oldenburger Sinti und Roma, fand das anschliessende "Beisammensein" statt. Mit Frau Bürgermeisterin Christine Wolff konnten wir diesmal auch hier eine Vertretung der Stadt begrüßen, was über das Ritual des Kranzniederlegens am Gedenkstein hinausging.

Das lässt uns für unser Vorhaben hoffen, 2019 den "vergessenen Holocaust" (Zitat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier) in die Oldenburger Erinnerungskultur "ins allgemeine Bewusstsein" bringen zu können. Die Existenz des Kulturzentrums ist bis Mitte des Jahres gewährleistet, dann ist die vom niedersächsischen Ministerium für Kultur und Wissenschaft nicht verlängerte Unterstützung ausgelaufen.

Download
30 Jahre Gedenkstein
30_Jahre_Gedenksteinkl.pdf
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Oldenburg 2019 und umzu

Veranstaltungen zum Internationalen Holocaustgedenktag

Veranstaltungshinweise zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Hier sind die im Internet gefundenen Termine, die neben unserer Veranstaltung am 27.01.2019 (der Kranzniederlegung am Gedenkstein am Friedhofsweg) in Oldenburg und umzu stattfinden.

Kino Casablanca

"Schindlers Liste" gehört zu den bedeutendsten Filmen des 20. Jahrhunderts, ein Meisterwerk gegen das Vergessen! Anläßlich des Tages zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus kommt er am 27. Januar wieder in die Kinos. Link

 

Casablanca-Kino

Johannisstr. 17
26121 Oldenburg

Termine in Bremen

Tag des Gedenkens

an die Opfer des Nationalsozialismus

53 Veranstaltungen von verschiedenen Bremer Gruppen, koordiniert von

"Erinnern für die Zukunft e.V." und der Landeszentrale für politische Bildung.

Link

 

Vom 11. Januar – 28. März 2019

Veranstaltungen zu Sinti und Roma

am 8.,9. und 19.,20. März 2019

Termine in Göttingen

Gedenken braucht einen Standpunkt. Wir müssen feststellen, dass bei der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus heute vor allem wieder die deutschen Opfer etwa von Bombenkrieg oder Vertreibungen in den Vordergrund gerückt werden.

Wir, die VeranstalterInnen dieser Reihe, treten solcher und anderer Relativierung entgegen. Link

9. November – 30. Januar


Kulturbüro Oldenburg

Holocaust-Überlebenden zuhören. Die Zukunft der Erinnerung

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar präsentiert das Kulturbüro der Stadt Oldenburg eine Ausstellung von HEIMATSUCHER e.V. und rückt die Arbeit des Vereins ins Zentrum von Seminaren, Workshops und  Filmabend. Link

 

Sonntag, 13.01. – 03.02. 2019

Stadtmuseum Oldenburg
Sonderausstellung
Am Stadtmuseum 4 - 8
26121 Oldenburg

Projektgruppe CiNS (Zirkusschule Seifenblase)

Als Überlebende des Konzentrations-Lagers Auschwitz erzählt Esther Bejarano aus ihrem Leben und rappt gemeinsam mit der Kölner Band Microphone Mafia. Die Gruppe CiNS zeigt die Lebensgeschichte der verfolgten jüdischen Circusartistin Irene Bento.

Samstag, 02.02.2019
Kulturzentrum PFL,

Peterstraße 3, Oldenburg
18:30 Uhr Einlass, 19:00 Uhr Beginn

Werkstattfilm

Nationalsozialismus in Oldenburg

Es geht um jüdische Bürger, Sinti und Roma, Zwangsarbeiter sowie um das alltägliche Leben in Oldenburg zwischen 1933 und 1945. Ab sofort kann die mobile Ausstellung kostenfrei ausgeliehen und präsentiert werden. Sie besteht aus 13 Roll-Ups

(Höhe: 2m; Breite: 85cm)

Link

 

Vom 21. 01. bis 22.02. 2019

Kulturzentrum PFL

Peterstraße

Oldenburg



Der Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V. lädt am 26. Oktober 2018 zum jährlichen Fest:

"Wir Sinti laden ein".

Seit vielen Jahren ist das Fest eine Möglichkeit in Kontakt zu kommen und neben dem Sintiswing der Gruppe "Sinti-Swing Oldenburg, die schon in vierter Generation die Musik vom Jazzmusiker Django Reinhardt spielt, ins Gespräch zu kommen.

Stattfinden wird es im "MAROKHER" in der Münnichstraße 37 in Kreyenbrück, 26133 Oldenburg ab 15 Uhr.

 

LINK zu www.sinrom.de


Visuelle Zeitreise durch Osternburgs Industriegeschichte

Ausstellung im Anna Schwarz-Romnokher - 15. - 27. September

Über ein Jahr lang planten Osternburgerinnen und Osternburger in gemeinsamer Arbeit mit Werkstattfilm und dem Bürger- und Gartenbauverein Osternburg-Dammtor dieses Pionierprojekt. Zwei Wochen lang verwandelt sich Osternburg nun in eine Straßengalerie mit Bildern aus der Vergangenheit des Stadtteils. In zahlreichen Veranstaltungen widmen sich Bürgerinnen und Bürger zudem spannenden Aspekten der Osternburger Geschichte.

 

Als Kooperationspartner zeigen wir die Ausstellung:

Auf eine visuelle Zeitreise durch die Osternburger Industriegeschichte begeben sich die Besucher*innen in dieser Ausstellung. So werden historische Fotos ehemaliger Industriebetriebe präsentiert, u.a. von der Brand Werft, der Wagenbauanstalt, der Glashütte, der Warpsspinnerei und der Glasformenfabrik Beyer.

Öffnungszeiten der Ausstellung:

 

Sonntag 16.09. 2018, 14 – 18 Uhr

Dienstag 18.09. 2018, 14 – 18 Uhr

Donnerstag 20.09. 2018, 14 – 18 Uhr

Sonntag 23.09. 2018, 14 – 18 Uhr

Dienstag 25.09. 2018, 14 – 18 Uhr

Donnerstag 27.09. 2018, 14 – 18 Uhr

 

 

 

Bild vom Vortrag "Ergänzende Erläuterungen zur Geschichte vieler Osternburger Unternehmen", Freitag 21.09.2018.

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Veranstaltungen Fernes Land Osternburg
Osternburg2018_BroschüreA7kl.pdf
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