Experimente

Unterschiede zwischen CNC Fräse und 3 D Drucker...

Hier die zwei Ergebnisse unseres Experiments: aus Holz haben wir ein kleines Gefäß gefräßt, daneben die gleiche Form, nur etwas höher mit dem 3 D Drucker.

Die CNC Fräse hat mehr Materialien, aus denen sie fräsen kann, Holz, Kunststoff, gute Fräsen auch Metalle. Der 3D Drucker kann verschiedene Kunststoffe drucken, aber kein Holz und kein Metall (spezielle sehr teuere Maschinen sollen dies schon können).

Bei der Größe der erstellbaren Objekte hat der 3D Drucker die Nase vorn, zwar mit sehr langen Druckzeiten kann unser Drucker bis zu 30 x 30 x 40 cm große Objekte erstellen, die CNC Fräse hat zwar auch ein Fräsformat von ca 30 x 18 cm, aber die Höhe (die von der Z-Achse und der nutzbaren Länge des Fräsmeißels abhängig ist) ist in unserem Fall nur ca 3 cm. Auch sind dünne Fräsmeißel (z.B. 0,8 mm) wegen den Belastungen nur wenige Millimeter als Fräse ausgebildet.

 

Die Konstruktion des Objekts für den 3D Drucker in Tinkercad: Millimetergenau kann hier das gewünschte Objekt erstellt werden, in diesem Fall aus einfachen Formen wie zweier Zylinder. Um in diesem Vergleichsfall ähnliche Objekte zu erzeugen, wurde nur die Höhe größer gewählt, die theoretisch bei unserer 3D Drucker bis 40 cm gehen könnte (ob die Statik bei einem so kleinen Durchmesser und damit Auflagefläche am Druckbett da mitspielt, ist zu bezweifeln).

Die Konstruktion des Zylinders für die CNC Fräse ist relativ einfach: zwei Kreise werden ins Programm (hier Estlcam) importiert, der größere wird als Aussen mit einer Tiefe von 26 mm und dem Fräser mit 3,175 mm Durchmesser gewählt und der kleinere Kreis wird bis zu einer Tiefe von 23 mm und dem gleichen Fräser linear "ausgefräst.

Auf dem Bild sind die Fräsbahnen dargestellt.

Zuerst muss die innere Fräsung erfolgen, dann erst die Äußere, die durch kleine Stege bis zum Schluss das Objekt mit dem Material verbindet. Sonst würden die ausgefrästen Teile unkontrollierbar irgendwann vorm Ende der Fräsung wegbrechen.

Ein Foto mit dem Holzzylinder und dem Fräsmeißel – daneben eine Testfräsung alles in relativ harter Buche
Ein Foto mit dem Holzzylinder und dem Fräsmeißel – daneben eine Testfräsung alles in relativ harter Buche
Flache Objekte, wie hier ein E-Gitarrenkorpus, sind gut für CNC Fräsen geeignet. (ein anderes Testobjekt, beidseitig gefräst)
Flache Objekte, wie hier ein E-Gitarrenkorpus, sind gut für CNC Fräsen geeignet. (ein anderes Testobjekt, beidseitig gefräst)

Alternative Energie

Beispiele: Windrad, Wasserstoff, Stirlingmotor, Photovoltaik...

Viele Geräte in unserer "Werkstatt" brauchen Energie, ob die Radierpresse mit Muskelkraft über ein Handrad angetrieben wird oder die CNC Fräse, der 3D Drucker oder der Schneideplotter über ein Netzteil: nichts läuft  ohne Energie. Selbst die kleinen Roboterarme brauchen oft Batterien oder beziehen ihre Energien durch den angeschlossenen Computer. Wie wird Energie erzeugt und gibt es Alternativen. Diese Frage stellten wir uns und besorgten Anschauungsmaterial. Neben so bekannten alternativen Quellen wie das Windrad, den Photovoltaikanlagen, fanden wir ein kleinesmit Wasserstoff betriebenes Auto und einen Stirlingmotor, der mit einem Parabolspiegel durch Sonnenlicht angetrieben wird.

In dem Video seht ihr unser Windrad. Die verschiebbaren Zahnräder geben dem kleinen Generator verschiedene Drehzahlen. So kann auch bei nur leichtem Wind Strom erzeugt werden.


Wasserstoff statt Benzin

Modellauto mit Wasserstoff-Antrieb

Ein wasserstoffbetriebenes Modellauto mit Tankstelle (hier wird Wasserstoff durch Strom erzeugt) mit einer kleinen Solarzelle. In Oldenburg soll im ersten Quartal 2021 an der Cloppenburger Straße die erste Wasserstoff Tankstelle für Autos und gegebenfalls auch für Busse/Lkw eröffnen. Wir zeigen schon mal am Modell, wie es geht.

Interessant für Oldenburg ist die alte Oberleitungstechnik.

Hier hat Oldenburg 20 Jahre Erfahrung und war das Oberleitungsnetz vom Anblick gewohnt. Zu der Geschichte der Trollibusse und den neuesten Forschungen demnächst mehr.


Spielzeug Roboter

Zum Wegwerfen zu schade

Bei den Kleinanzeigen im Internet gibt es viele Verkaufsanzeigen für Spielroboter: Ungeöffnet, mein Kind hat kein Interesse, 1, 2 mal bespielt usw.

Es gibt sie sehr günstig, sie haben oft das Kindchenschema und dies soll wohl zeigen, so sieht ein Roboter aus.

Die Motoren, Sensoren und Programmierungshardware dieser Massenware kosten ein vielfaches des Spielzeugs und erwarten ein neues Gehäuse und eine neue Verwendung.

Zur Zeit muss dieser kleine Robot seine Wege mit einem dicken Filzstift aufzeichnen.


BÜcher binden

gedruckte Papiere zusammenbinden

Wir produzieren in unserer "Künstlerischen Werkstatt" viel bedrucktes Papier. Darum zeigen wir ein schnelles Verfahren aus Papier ein "Künstler*innenbuch" zu machen. Und zwar nicht, wie in vielen Workshops angeboten wird, ein sogenanntes Hardcoverbuch, sondern viele kleine Taschenbücher oder Paperbacks (Papierrücken).

(siehe Bild). Was dazu gebraucht wird und bei uns vorhanden ist: Ein gedruckter Stapel Papier, eine Stapelschneidemaschine, eine Nutmaschine, eine "Dritte Hand", spezieller Buchbinderleim und ein Pinsel

Stapelschneider

Mit einem kleinen Stapelschneider schneiden  wir das Din A 4 Papier in der Mitte zu Din A 5 (ca 14,8 x 21 cm).

(Um gute Bücher zu erhalten, muss  auf die richtige Laufrichtung des Papiers geachtet werden, aber leider hat das normale Schreibpapier immer die falsche Richtung WIKI).

Dritte Hand

Die sogenannte "Dritte Hand" hilft dabei, den Stapel Papier fest zuklemmen, zu leimen und den Deckel auf den akuraten Papierblock zu pressen. Bestehend aus zwei Metall(Regal)schienen und zwei Federklemmen, verbunden mit dem Fusspedal mit zwei Bowdenzügen einer Fahrradbremse.

Fusspedal

Lange gesucht und dann selbst gebaut:

Ein Balkenhalter und zwei Bretter aus dem Baumarkt, verbunden mit einem Scharnier, öffnet die "Dritte Hand".

Wenn der Buchblock zwischen den Schienen platziert ist, kann der Fuß weggenommen werden und die Federklemmen pressen ihn zum Leimen zusammen.



Der vorher genutete Deckel auf dem geleimten Buchblock.

Das geleimte Buch aus der "Dritten Hand" beim Trocknen fotografiert.

Test der Leimung: der spezielle Buchbinderleim trocknet elastisch in kurzer Zeit.



Das geleimte Buch wird dreiseitig beschnitten.

Hier die abgeschnittenen Teile plus fertigem Buch.

Den Buchdeckel haben wir mit  speziellen Siebdruck bedruckt.



Formenbau Bootskörper

Was ist besser? 3d Druck - CNC Fräse - oder mit der Hand?

Nur kurz – ihr seid hier nicht auf einer Modellbauhomepage, sondern ähnlich wie in vielen Schülerwerkstätten in Universitäten oder Gymnasien wollen wir Kindern und Jugendlichen (nicht nur Sinti oder Romakindern) die Technik zeigen, die in aller Munde ist (und häufig hochgejubelt oder auch verteufelt wird). Wir selber haben auch erst jetzt uns mit dieser Technik aus einander gesetzt und müssen selber viel lernen. Verzeiht uns darum die unprofessionelle Herangehensweise.

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Ein kleines Boot mit verschiedenen Techniken herzustellen, war das Ziel. Wenn es ein Segelboot werden würde, könnten wir die Nähmaschine und die nicht vorhandene Mini-Drehbank für Segel und Mast einsetzen (Siehe Ausrüstung von einem Vorbild: Homepage des MINT-Schul-Labors an der Hochschule Darmstadt und der Mechatronik-AG des Gymnasiums Oberursel. Dort gibt es viele Anregungen!

Am schnellsten geht es sicher mit der Hand, sehr exakt wurde es aber nicht.

Im Foto links aus weissem Filament 3D gedruckt, in der Mitte mit der Hand geformt und rechts aus MDF  gefräst.

Ob diese Modelle schwimmen, müssten wir testen, vermutlich löst sich MDF in Wasser auf, die Modelliermasse ist zu schwer und nur das gedruckte Modell hat Chancen, nicht unterzugehen.

Der 3D Drucker braucht für die Form von ca 14 cm Länge etwa 2 Stunden ohne Stützstruktur und das Modell wurde vom Vakuum Former etwas eingedrückt (Lösung: verstärken mit Modelliermasse).

Die Folie bildete die Schichten des Druckers genau ab, da muss wohl geglättet werden.

Die CNC Fräse kann auch dreidimensional fräsen und hat für die gleiche Größe des Bootes mit einem 2 mm Fräser (sehr vorsichtig gefräst) ca 1 1/2 Stunden gebraucht, dass geht sicher noch schneller, aber hier müssen noch Tests zeigen, welches Material (Kunststoff, Mittelfeste Faserplatte oder Hartschaum) wie gefräst werden kann.


Mit der kostenlosen Software CURA wird die Datei des Bootes für den 3D Drucker aufbereitet, verschiedene Qualitätseinstellungen, Größe und andere teils wichtige Einstellungen sind zu lernen, bevor der Druck gut wird.

Mit der Software ESTLCAM bereiten wir die gleiche Datei wie für den 3D Drucker für die CNC Fräse vor, hier sind auch viele Einstellungen zu lernen, und je nach Material muss die Geschwindigkeit , der Vorschub und die Tiefe der Fräse eingestellt werden.

Hier die auf DinA 4 beschränkte Aufnahme des Vacuum Formers. Unser 3D Drucker kann theoretisch 30 x 30 x 40 cm (Druck dauert dann Tage) und unsere CNC Fräse bringt es auf ca 27 x 16 x 4 cm fräsbaren Bereich.



Kalender 2021

auf die Schnelle

Während der 3D Drucker das Bootmodell druckt (ca 2 Stunden) kommt keine Müdigkeit auf:

Herstellung eines Kalender als Einzelstück.

Clèment Moreau, der antifaschistische Holzschneider hat es uns angetan. Eigentlich heisst er Carl Josef Meffert und musste nach einer abenteuerlichen Flucht vor den Nazis sich auch im Schweizer Exil verstecken und nahm dort den Künstlernamen an.

Sein Text auf der Homepage https://clement-moreau.ch/biografie/

fasziniert:

"Ich war nie in einer partei, ich bin ein menschlicher Gebrauchsgrafiker und jedermann der meine arbeit gebrauchen kann, dem gehört sie.

ich bin ein schüler der käthe kollwitz und ich versuche, so weit es mir gelingt, diese tradition – das menschliche und soziale – zu sehen und fortzusetzen. versteht ihr?"

13 Holzschnitte aus den Jahre 1937/38 sind jetzt in dem Kalender aus dem Werk Nacht über Deutschland abgebildet

Da sämtliche Bilder lizenzfrei unter Angabe des Künstlers verwendbar sind ( wie es sein Credo benannte) haben wir auch den Herstellungsprozess des Kalenders mit Fotos dokumentiert.

Etwas besseres Papier genommen, leicht cremefarbig, mit dem Din A3 Laserdrucker vom vorher erstellten Layout gedruckt, mit der Kalenderbindemaschine und dem Locher gestanzt und schon fertig.

Ganz fertig kann mensch aber auch die abgedruckten Bilder von Clèment Moreau machen: In vielen Zeichnungen gestaltete er das Schicksal Erich Mühsams.


Eine Karosserie für ein Arduino Auto

Im Rahmen unseres digitalen Lernens

Eigentlich fängt mensch nicht mit der Hülle an:

Das Projekt, ein Auto mit dem Arduino Kleinstcomputer zu steuern, haben wir von aussen nach innen angefangen. Mit einem für 5 € erstandenen Citroen T.A 15 CV im Maßstab 1:24 als Vorlage für eine mit dem Vacuum Former gezogenen Hülle. Eigentlich wegen der Form (kaum unter sich gehende Stellen, die sonst Probleme beim Ablösen ergeben) stellt sich das Modell als "Königin der Straße", als Innovation des Autobaus u.a. heraus. LINK Wikipedia

Erstaunlicherweise ist die Hülle trotz einer sehr dünnen Folie stabil, mit einer Größe von 19 x 7 x 7 cm sollten die Minicomputer eigentlich Platz haben... oder?

Die transparente Folie ergibt eine glatte, leicht glänzende Oberfläche und nur bei den Fenstern ist der unsaubere Pinselstrich zu erkennen. Die Kanten des gezogenen Modells wurden mit der Hitze eines Teelichts erwärmt und umgebörtelt. Für das erste Modell eine erstaunliche Qualität! Und bis jetzt die benötigte Zeit: Modell vorbereiten (Schließen der Fenster und anderer Löcher mit einer Paste): ca 15 min; Folie erwärmen und Formen: ca 8 min; ausformen, ausschneiden und Kanten umbörteln: 20 min und dann von innen mit Acrylfarbe ausmalen, ca 15 min. Also ungefähr eine Stunde Zeit für die Herstellung der selbsttragenden Karosserie – machbar im Rahmen eines Workshops - bis hierhin noch analog. Jetzt wird mit Hilfe des 3D Druckers der Kühlergrill, die Scheinwerfer und die Stoßstangen gedruckt, aber vorher müssen sie noch mit Hilfe von Software entworfen werden.


Zusammenhänge finden

In dem Projekt "Kunst und Technik" Geschichte erfahrbar machen

Was hat z.B. Linoldruck mit den Sinti und Roma zu tun?

Als erstes natürlich die Künstler*innen, die Linoleum als preiswertes Druckmedium benutzten und eventuell Modelle der Sinti und Roma kostenlos abbildeten, denn Modelle waren selten umsonst. Aber auch die Geschichte der Industrialisierung, z.B. an Hand der nahegelegenen Stadt Delmenhorst mit ihrer Linoleum- und Jutefabrik, mit Kinderarbeit, vielen Zuwanderern aus Osteuropa, mit Fremdenfeindlichkeit usw., beeinflusste das Zusammenleben.

Das ist eine Ebene, die uns vorschwebt, wenn wir unser Projekt "Kunst und Technik" genauer beschreiben wollen.


3D Technik im RomnoKher

Werkzeuge über 3 Ebenen mit Software bewegen

Eigentlich reduziert sich viele moderne Technik auf das Bewegen von mehreren (Schritt-) Motoren  durch Software, ob dies ein 3 D Drucker, ein Schneideplotter, eine CNC-Fräse, ein CO2 Laserplotter oder ein Vertikalplotter ist: alle bewegen ein Werkzeug (Schmelzvorrichtung, Schneidemesser, Spindelmotor mit Fräse, Laser oder Filzstift an durch Software gesteuerte Wegen, manchmal sind die Werkzeuge austauschbar – der 3 D Drucker mit Filzstift, LED Laser oder gar Fräse.

Auf den Tischen stehen 4 Roboterarme, Kinderspielzeug, aber um das Prinzip zu verstehen und mit den Händen kleine Würfel zu transportieren und auf einander zu stellen, reichen sie. Zwei sind mit Handsteuerung und Computersteuerung, einer mit hydraulischer Steuerung und einer eine Minicomputer gesteuerte Handysteuerung.


Der 3D Drucker braucht sehr lange und ist nichts für eben mal kurz etwas ausdrucken. Auf dem Foto druckt er (sie?) die Gondel für den Vertikalplotter, ein anderes technisches Gerät.

Das ist u.a. das Interessante an diesem Drucker:

z.B. wird die Absauganlage für die Späne und Staub produzierende CNC Fräse hiermit gedruckt.

Formen für das Tiefziehgerät und Druckformen für die Druckpresse sind damit erstellbar, als Ergebnis für die Künstlerische Praxis im RomnoKher.

Link zu den WORKSHOP


Der kleine Käsehobel, wie dieses CNC-Graviermaschinchen genannt wird. Auch sie wird für Druckformen genutzt, d.h. in Linoliumplatten wird ca 2 mm tief gefräst und dann mit der Druckerpresse gedruckt.

Eine zweite Arbeit wird die Lochplatte für das Tiefziehgerät werden: alle 10 mm ein Loch, 30 cm x 16 cm: 480 Löcher...

Gesteuert entweder mit einem Kontrollpult oder vom PC mit Software. Ein großer transparenter Plastikkasten schützt vor Spänen und eventuell abbrechenden Fräsen. (hier auf dem Foto zur besseren Sicht abgenommen).

 



Hier unser erstes Video: der hydraulische Roboterarm, bestehend aus 239 Plastikteilen, etwas fragil aber feinfühlig zu steuern.



Der Roboterarm mit Webkamera: hier werden Videoaufnahmen der verschiedenen Techniken auf Monitore oder gar per Beamer auf die große Leinwand geschickt, ferngesteuert von Kamerafrau oder -mann.

Der Vertikalplotter, bzw. ein Teil davon: Hier können riesige Motive geplottet werden, noch theoretisch selbst Schnittbögen direkt auf Stoff...



Pop-Up Karte mit dem Schneideplotter, dreidimensional aus Papier. Lotte Reiniger, berühmt für ihre Scherenschnittfilme, die sie per Hand erstellte, ist zu bewundern, siehe Video...

Scherenschnitt von Lotte Reiniger trifft auf die Musik von gimpelakwa und die Schnittkunst von Steffen Koch.

"Carmen" als bekannteste Oper, das mit dem antiziganistischen Bild der "schönen Gypsy" hier nicht mit deren Tod endet.



Der Schneide- und Stiftplotter, auf dem Papier und Stoff geplottet wird, z.B. als Schneideschablone für Siebdruck, als Popup-Karten, als Platinenmuster. Auf Kunststofffolien für Stoff zum Aufbügeln verzichten wir wegen Umweltschutz.

Der selber konstruierte Vacuum Former / Tiefziehgerät ermöglicht Formen aus dünner Kunsstoff-Folie herzustellen. Der Künstler Claes Oldenburg benutzte diese Technik für seine Bilder/Kunstwerke. Unserer erweitert den 3D Drucker



Gadje-Rassismus

aus dem Ida Glossar

Gadje-Rassismus ist ein Begriff, den Romani-Aktivist*innen und -Wissenschaftler*innen vorgeschlagen haben, um die Bezeichnung „Antiziganismus“ zu ersetzen. Er hat u. a. den Vorteil, dass er keine homogene Gruppe der von ihm Betroffenen unterstellt, sondern den Blick auf die Mehrheitsgesellschaft und die Funktionen lenkt, die Gadje-Rassismus für sie erfüllt. (Gadje bezeichnet im Romanes Nicht-Rom*nja, bedeutet aber auch Bauer, Mann, Mensch: Sg. männlich: Gadjo, weiblich: Gadji, Pl.: Gadje). Denn unter Gadje-Rassismus ist eine historisch gewachsene Praxis zu verstehen, die von Nicht-Rom*nja ausgeht. Sie klassifiziert Menschen unter Bezugnahme einerseits auf phänotypische und kulturelle Merkmale (ethnisierende Definition) und/oder soziale Merkmale (soziale Definition), die als (so gut wie) unveränderlich verstanden werden, in eine unveränderlich gedachte Fremdgruppe, deren Angehörige dann mittels Fremdbezeichnungen wie „Zi.“, „Landfahrer“, „mobile ethnische Minderheit“, Zuschreibungen von wesenhaften und normabweichenden Eigenschaften und Verhalten homogenisiert und stigmatisiert werden.

Zentrale Zuschreibungen des Gadje-Rassismus an die Betroffenen sind: Nicht-Identität (die Betroffenen werden als Dritte dargestellt, die an keinem Ort zu Hause sind. Sie dienen als Anti-These zu Nationalität, Religion und Moral), Parasitentum (den Betroffenen wird unterstellt auf Kosten anderer zu leben) und Vormodernität (die Betroffenen werden als trieb- und naturhaft beschrieben, als unfähig zu Zivilisation, Vernunft und einer planvollen, zukunftsgerichteten Tätigkeit, also zum Überleben in einer modernen industriekapitalistischen Gesellschaft). Diese Zuschreibungen sind im kulturellen Gedächtnis der Gadje verankert und treten häufig in romantisierender Form auf, indem sie das „sorglose“, „freie“ und „ungebundene“ Leben der Betroffenen verklären (siehe Exotisierung). Auf diese Weise verschleiern sie den abwertenden Gehalt romantisierender Zuschreibungen und den für die Situation der Betroffenen tatsächlich verantwortlichen Gadje-Rassismus. Sie führen zu und rechtfertigen diskriminierende Praktiken der Gadje auf interaktionaler, institutioneller und gesellschaftlich-kultureller Ebene, die u. a. Akte der Gewalt bis hin zur Vernichtung umfassen und die Lebenschancen der Betroffenen einschränken.

Projekt Erinnerungskultur 2019 II

Offenes Gedenken - Das Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen und späteren Vernichtungsort Uckermark

Immer auf der Suche nach Formen des Gedenkens ist dieses Mal die Initiative für einen Gedenkort ehemaliges Konzentrationslager Uckermark e.V. in den Blick geraten. Viele Gedenkorte sind in den 80ern von Bürgerinitiativen gegründet und später nach vielen Auseinandersetzungen in staatliche Verantwortung übernommen worden (z.B. KZ Esterwegen). Das Jugendkonzentrationslager
für Mädchen und junge Frauen Uckermark  (nah beim Frauen-KZ Ravensbrück) wurde erst 1989 nach der Nutzung durch Militär wieder als Gedenkstätte "frei". Hier hat die feministische Initiative durch Ausgrabungsarbeiten während alle ein bis zwei Jahre stattfindener Camps den Ort sichtbar gemacht und durch Öffentlichkeitsarbeit wie die Ausstellung und durch Bücher und anderen Veröffentlichungen viel Material zusammengetragen.

Leider gibt es zu den beiden achtjährigen Sintimädchen, die in Texten erwähnt wurden, keine Informationen. Darum haben wir Filme von der Situation der Frauen in Ravensbrück ins Programm geholt, "Aber man kann des gar net so sagen,
wie’s wirklich war..." Die Sintezza Sophie Wittich und "Es steht mir zu, zu leben" Esther Bejarano. Beide berichten über ihre Haft in Auschwitz und Ravensbrück und beide Filme wurden von Loretta Walz gedreht.

Die Initiative schreibt: "Das Uckermark-Netzwerk stellt sich einer Musealisierung des Gedenkens entgegen und arbeitet immer mit antifaschistischem Gegenwartsbezug – der eine Kritik an der Verfasstheit deutscher Erinnerungs- und Gedenkarbeit einschliesst". Das Konzept Offenes Gedenken wird am 8.12.  um 11.30 durch einen Vortrag erläutert und die Kontinuitäten nach 1945 als Gegenwartsbezug dargestellt.

Die Referentinnen kommen von der Initiative für einen Gedenkort  ehemaliges Konzentrationslager Uckermark e.V. (HH).


Projekt Erinnerungskultur 2019

Anlass 30 Jahre Gedenkstein, 70 Jahre BRD

Das Comicprojekt werden wir mit einer Ausstellung "Zeichne, was Du siehst", Zeichnungen eines Kindes aus Theresienstadt/Terezin von Helga Weissová und dem Zeigen des gesammelten Materials abschliessen (siehe weiter unten).

Aus gegebenen Anlass ( das Denkmal für die Opfer der im Nationalsozialismus ermordeten Sinti wurde vor 30 Jahren auf Wunsch einer Bürgerinitiative als erstes kommunal gefördertes Denkmal in der BRD errichtet ) soll ein neues Projekt entstehen:

Wir vom Freundeskreis für Sinti und Roma und vom Anna-Schwarz RomnoKher müssen feststellen, dass trotz unserer  Bemühungen die Darstellung der Geschichte der Oldenburger Sinti und Roma in der offiziellen städtischen Erinnerungskultur noch immer vernachlässigt wird.

Aber auch bei Organisationen der Oldenburger Zivilgesellschaft ist die Geschichte der Sinti und Roma oftmals ein leeres Blatt. Auf den von uns gesammelten Veranstaltungsterminen zum 27.Januar, dem internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust (www.sinrom.de) sind im Unterschied zu anderen Städten nichts zu finden. Wir haben uns vorgenommen, durch Gründung eines Arbeitskreises "Erinnerungskultur Oldenburg" o.ä. dieses zu ändern und die einzelnen "Akteure" wie in anderen Städten zusammen zu bringen.


Der Text stammt aus dem im Jahre 2001 herausgegebene Gedenkkonzept Seite 32. der Stadt Braunschweig (darin nahmen die Autoren den Gedenkstein in Oldenburg nicht gewahr):
"In Hannover wurde bereits der Sinti und Roma durch Aufstellung eines Gedenksteins gedacht; auch in Magdeburg hat man unlängst in Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Sinti und Roma ein Denkmal in unmittelbarer Nähe des Domes eingeweiht. Als weiteres Beispiel für die beginnende Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma sei hier die Stadt Osnabrück genannt, die auf zwei im Format identischen Gedenktafeln beim Osnabrücker Rathaus einerseits der jüdischen Bürgerinnen und Bürger, andererseits der ermordeten Sinti und Roma gedenkt."

In einer Leseprobe Topographie der Erinnerung steht u.a.

"Im Rathaus der Stadt Braunschweig wurde im Jahr 2002

ein symbolischer Raum des Erinnerns und Gedenkens ge-

schaffen, der den Braunschweiger Sinti gewidmet ist.

Die Gedenkstätte befindet sich im Erdgeschoss des Rathau-

ses, Langer Hof 1, in der Braunschweiger Innenstadt."

Die Seiten davor sind auch lesenswert.

Download
30 Jahre Gedenkstein
Dokumentation des Verlaufes zur Errichtung der Gedenkstätten für die Opfer der Sinti während der nationalsozialistischen Diktatur in Oldenburg
30_Jahre_Gedenksteinkl.pdf
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Wie Alles mit den Comics Anfing:

2016 machten wir eine Ausstellung zur schwedischen Roma-Bürgerrechtlerin und Kinderbuchautorin Katarina Taikon. Sie schlug nach vielen Erfolgen, aber auch vielen Rückschlägen in der Bürgerrechtsarbeit eine andere Richtung der politischen Arbeit ein: sie schrieb ihr Leben als Kind und Jugendliche auf. 13 Bände erschienen im eigenen Verlag, wurden in vielen Ländern (und Sprachen herausgegeben) und hatte großen Erfolg. Ihr Freund Björn Hedlund, ein Zeichner, illustrierte ihre Bücher. Später kamen Comics und Bildbände hinzu. Eine Filmreihe im Fernsehen, eine Schallplatte, und vor ihren autobiografischen Büchern schon politische Bücher und ein Gedichtsband gab sie heraus und wir sammelten ca 70 Exponate (wobei immer noch einiges fehlt). Diese imposante Medienarbeit imponierte und begeisterte uns. Bürgerrechte erkämpfen mit Hilfe u.a. des Comics?

Das hat dazu geführt, dass wir dieses Thema 2018 in unserem Anna-Schwarz RomnoKher weiterführen wollen.

Im Folgenden dokumentieren wir die Erarbeitung.

 


Katarina Taikon hat eins ihrer Bücher Katitzi Z-1234 genannt. In dem Buch ist Katitzi ungefähr 12 Jahre alt geworden und sie lebt jetzt bei ihr Familie in der Tanto-Gegend in Stockholm. In der Gegend überlebte auch die junge Roma-Frau Zoni das Konzentrationslager Auschwitz. Zoni hat schreckliche und traumatische Erinnerungen an die Zeit in Polen und dem Konzentrationslager Auschwitz. Zoni erzählt Katitzi von dem, was sie dort erlebt hat. An ihrem Handgelenk hat Zoni eine  Nummer tätowiert. Die hatte sie bekommen, als sie in Auschwitz eingesperrt wurde. Die Nummer beginnt mit dem Buchstaben Z – steht für "Zigeuner". Auf Katitzis Bitte hin malt Zoni eine ähnliche Nummer auf Katitzis Arm. Die Nummer ist Z-1234.

 

Sofia Z-4515 war der erste Comic über den Holocaust, oder  Porajmos  (deutsch: „das Verschlingen“). den wir im Zusammenhang mit Katarina Taikon fanden.


Aus dem Vorwort der in schwedisch und englisch erhältlichen Broschüre:

Sofia Taikon war erst acht Jahre alt, als sie in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gebracht wurde. Die Nummer Z-4515 war auf ihren linken Arm tätowiert. Für Sofia war während des Krieges sehr schrecklich, als der Krieg endete, kam sie mit dem Roten Kreuz nach Schweden, als sie vierzehn Jahre alt war. Sofia Taikon brauchte drei Jahre um ihr Leben der Autorin Gunilla Lundgren zu erzählen. Sie wollte nicht an alles erinnert werden, was sie gesehen und durchgemacht hat. "Wir werden dir nicht alles sagen, damit die Kinder nicht traurig werden", sagt sie. - Warum können Menschen nicht protestieren, wenn andere grausam sind? fragt Sofia. Sie will erinnern an die hilfreichen Menschen, den polnischen Mann in Auschwitz, der mit einem sauberen Tuch ihre verletzten Beine verband, die deutsche Frau in Ravensbrück, die ihr Brot mit ihr geteilt hat, das jüdische Mädchen, die ihre Schwester worden war, die schwedische Familie in Jönköping, die sie in ihrem Haus empfing. Das Leiden der Sinti und Roma während des Holocaust ist weitgehend unbekannt und es gibt nur wenige Roma Zeugen und Überlebende. In Schweden ist der Comic auch als kostenloses E-Book erhältlich und es gibt zusätzliches Unterrichtsmaterial, das die Möglichkeit erhöht, dass mehr Schüler erfahren, wie die Roma während des Holocaust gelitten haben. In Englisch


Comics von Sinti und Roma


Ohh Porajmos...

Illustrationen zur Diskriminierungs- und Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma, herausgegeben vom

Landesverein der Sinti in Hamburg PDF

„Meine Familie und andere Zigeuner"

von Rob Davis
Respekt, Toleranz und Wertschätzung –  Ein Projekt des Goethe-Institut Moskau

Link

Miguel + Nekane

Die Gitanas in der Geschichte, eine baskisch-spanische zweisprachige Ausgabe, herausgegeben von AGIFUGI, Gitana Verein

PDF

Sofia Z-4515

wurde in englischer Sprache von Mantra Lingua veröffentlicht, aus dem Schwedischen hat Janna Eliot übersetzt, die auch schon das Buch über Settela Steinbach übersetzte. Link

Un-mögliche Bildung

Der Zugang zu Bildung ist nicht für alle gleich.  Zu sehen sind Bilder und Geschichten u.a. von Petra Rosenberg, Vorsitzende des Berliner Landesverbandes. Link



Die Geschichte des Comic bildet viele Geschehnisse ihrer Zeit ab: Ob in einem Comic ein afroamerikanischer Held das erstemal auf dem Cover eines "Western" erscheint, ob in dem Comic "Votes For Women" die Frauen in England der Gleichberechtigung mit den Männern einen Schritt näher kamen oder in "Sofia Z-4515" über die Geschichte der Roma Sofia Taikon berichtet wird, einer polnischen Roma, die Auschwitz überlebte und nach Schweden flüchten konnte.

Auch Zensur in allen Facetten, ob "freiwillig" oder durch Verweigerung des notwendigen Druckpapiers, spricht viel für das Gewicht der Comics als Ausdrucksmittel vom Mainstream, aber auch von diskiminierten "Minderheiten" oder sogar Mehrheiten.


Als eines der ersten Bücher haben wir das im archiv der Jugendkulturen e.V. erschienende Buch "Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics, herausgegeben von Ralf Palandt gekauft. Der Titel ist etwas irreführend, denn viele Artikel beschreiben die Geschichte gegen den Rechtsextremismus..., Comics im Faschismus, über rassistische und antisemitische Stereotype, über den Gebrauch von NS- und Holocaust-Comics im Schulunterricht und vieles andere. Die 18 Euro für 450 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen ist ein Gewinn für die Erarbeitung unserer Ausstellung.

Gerade der Artikel von Martin Frenzel, "Über Maus hinaus" hat uns viele Anregungen gegeben. Frenzel ist einer der wenigen,  der auch zu Sinti und Roma im Comic geforscht und einen Vortrag gehalten hat: Video: Das Bild der Sinti und Roma im europäischen Comic.


Sehr wichtig ist der Katalog über die Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin: "Helden, Freaks und Superrabbis, Die Jüdische Farbe des Comics" von 2010. Es ist leider vergriffen und wir haben es gerade noch im Antiquariat bekommen Begleitbuch zur Ausstellung.

Trina Robbins Artikel "Comics von Jüdischen Frauen" über das Wimmen´s Comix Collective führte in uns weiter zu den Frauen als Zeichnerinnen.

Als eine der ersten Pioniere gilt Lily Renée, über die Trina Robbins einen Comic geschrieben hat: Lily Renée, Escape Artist - From Holocaust Survivor to Comic Book Pioneer". Es ist gerade aus Großbritannien angekommen.


Gerade erst erschienen (März 2018) ist das Buch "We spoke out - Comic Books and the Holocaust von Neal Adams, Rafael Medoff und Craig Yoe. Neal Adams schuf die preisgekrönte Reihe Hard Travelling Heroes, sozialkritische Comics, die erstmals   Probleme wie Drogenmissbrauch oder Rassismus innerhalb des Mediums Comic thematisierten.

In den 1970ern versuchte Adams eine Comiczeichner-Gewerkschaft ins Leben zu rufen. Er leistete einen bedeutenden Beitrag zu der heute üblichen Praxis, Originalzeichnungen nach der In-Druck-Gabe der auf diesen basierenden Heften, wieder an die Künstler zurückzugeben. Dies ermöglicht es vielen - oft nur schlecht bezahlten - Künstlern sich durch den Verkauf von Originalzeichnungen an Sammler etwas Geld dazuzuverdienen. Adams gehörte überdies der Gruppe jener Künstler an, die durch ihren massiven Protest Warner Brothers dazu bewogen, den durch Knebelverträgen nahezu überhaupt nicht von ihrer Schöpfung profitierenden Superman-Erfindern, Jerry Siegel und Joe Shuster, eine bescheidene Entschädigung und Altersrente zu erstatten. (aus Wikipedia)


Jackie Ormes: Die erste afroamerikanische Karikaturistin erzählt das Leben einer vielseitig talentierten Frau, die zu einer erfolgreichen Karikaturistin wurde. Ormes 'Comicfiguren - Torchy Brown, Candy, Patty-Jo und Ginger - begeisterten die Leser afroamerikanischer Zeitungen wie Chicago Defender und Pittsburgh Courier zwischen 1937 - 56. Als Mitglied der schwarzen Elite Chicagos gehörten zu Ormes 'sozialem Kreis führende politische Persönlichkeiten und Entertainer des Tages. Leute, die sie kannten, sagten, dass sie einige Comicfiguren nach sich selbst als wunderschön gekleidete und frisierte Frauen modellierte, die auf eine Weise auftraten und sprachen, die stereotypen Bildern von Schwarzen in der Mainstream-Presse widersprach. Ormes 'Politik, die entschieden nach links fiel und selbst einem gelegentlichen Leser ihrer Cartoons und Comics klar war, führte schließlich zu ihrer Untersuchung durch das FBI während der McCarthy-Ära. In den späten 1940er Jahren verwandelte Ormes (1911 - 85) die Zeichentrickfigur Patty-Jo in eine Puppe, die heute ein Sammlerstück ist.