Zilli Schmidt

GOTT HAT MIT MIR ETWAS VORGEHABT ! ERINNERUNGEN EINER DEUTSCHEN SINTEZA

Gott hat mit mir etwas vorgehabt ... Ich bin nicht umsonst noch hier. Ich bin uralt, 95. So alt wird kaum jemand. Erst recht nicht, wenn einer das hinter sich hat, was ich hinter mir habe. Ich war in vielen Gefängnissen, ich weiß nicht mehr, in wie vielen genau. Ich war in drei Lagern. Eins davon war Auschwitz. Birkenau. Das Lager, das eigentlich nur zum Töten da war. Eine Kugel, die meinen Kopf treffen sollte, ging mir am Ohr vorbei. Von einer Liste, wo ich zum Vergasen draufstand, wurde mein Name gestrichen. Nicht ein-, zweimal! Es passierten noch mehr solche Sachen. Nach dem Krieg war ich einige Male krank – so schlimm krank, dass ich leicht daran hätte sterben können. Alle, die ich kannte, von früher, sind tot. Die meisten schon lange. Aber ich lebe noch. Ich bin immer noch hier.

Ich hatte Gott bei mir, schon immer. Er hat mit mir etwas vorgehabt: Jemand muss sagen, was sie mit den Sinti gemacht haben, damals, die Nazis. Das wissen viele heute immer noch nicht. Aber unsere Menschen sollen nicht vergessen werden. Erst spät habe ich angefangen, darüber zu sprechen, das alles zu sagen, was ich durchgemacht habe. Das war nicht leicht. Es hat aber auch keiner gefragt. Ich war schon fast 90 Jahre alt, als ich anfing, darüber zu sprechen, zu Fremden. Und jetzt wird es immer mehr, dass sie es wissen wollen. Das ist gut. Ich habe einen Auftrag. Solange ich noch hier bin, erzähle ich meine Geschichte und vergesse es auch nicht. Ich vergesse es nicht und erzähle meine Geschichte, bis ich meine Augen zumache und bin bei meinem Herrn.

Aus dem Buch "Die Erinnerungen der deutschen Sinteza Zilli Schmidt »Gott hat mit mir etwas vorgehabt!« als kostenloses E-Book und Druckausgabe in der Zeitzeugenreihe der Stiftung Denkmal.

 

Gespräch Zilli Schmidt mit Jana Mechelhoff-Herezi ab 15 Minute

Zilli Schmidt (*1924) stammt aus einer Familie deutscher Sinti. Zwischen 1943 und 1945 ist sie aus zwei Lagern geflohen, hat Auschwitz-Birkenau überlebt und dort fast ihre gesamte Familie verloren. Zilli ist eine der Letzten, die die nationalsozialistischen Gefängnisse und Lager als Erwachsene überlebt hat.

Die Erinnerungen der deutschen Sinteza Zilli Schmidt »Gott hat mit mir etwas vorgehabt!« erscheinen als kostenloses E-Book und Druckausgabe in der Zeitzeugenreihe der Stiftung Denkmal, herausgegeben von Jana Mechelhoff-Herezi und Uwe Neumärker – anlässlich des Welt-Roma-Tages am 8. April 2020.


Zum 2. August 2020

Zwei aktuelle Videogespräche zum gefährdeten Sinti und Roma Denkmal


Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“

Unser Denkmal ist unantastbar! – Wofür steht unser Denkmal? 

Koordinierung: RomnoKher gGmbH

am 2. August jährt sich zum 76. Mal der Tag der „Liquidation des Zigeunerfamilienlagers“ in Auschwitz-Birkenau.
An diesem Tag gedenken wir seit Bestehen des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas an dieser Stelle unserer so grausam getöteten Angehörigen.
In diesem Jahr aber schwingt auch Ungewissheit mit: darüber, ob dieses würdige Gedenken an diesem Ort in den nächsten Jahren möglich sein wird.


2. August: Warum müssen wir gedenken? Film & Diskussion

Am 2. August 1944 wurden die letzten ca. 4300 Roma und Sinti, die in Auschwitz-Birkenau inhaftiert waren und bis dahin überlebt hatten, ermordet. Daher gedenken Roma jährlich am 2. August ihrer im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Vorfahren und Angehörigen. Ein zentraler Ort des Gedenkens, das Mahnmal für die im NS ermordeten Sinti und Roma Europas, ist derzeit durch die Pläne der Deutschen Bahn und der Stadt Berlin, in seiner Existenz bedroht. Vor dem Hintergrund dieser geschichtsvergessen Aggression und der Frage Warum müssen wir gedenken? begeben wir uns mit einem Film auf eine Zeitreise. Sie beginnt mit dem zentralen Ort der Vernichtung und seinen Überlebenden: Anna Mettbach, Ceija Stojka und Hugo Höllenreiner.
Jahrzehntelang mussten die Bürgerrechtler_innen für die Anerkennung des Porajmos kämpfen.

Eine Veranstaltung von Roma Antidiscrimination Network

Video Leider konnte das Video nicht direkt eingebettet werden...


„Unser Denkmal ist unantastbar!“

Aktionsbündnis „Unser Denkmal ist unantastbar!“

Unser Denkmal darf nicht angefasst werden. Es ist das einzige, was wir haben.
Wer das Denkmal anfasst, tötet unsere Menschen ein zweites Mal“

(Zilli Schmidt, geb. 1924, Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau)

Mit Bestürzung und Entsetzen haben wir erfahren, dass das nationale Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin durch den geplanten Bau der S21 massiv beeinträchtigt und beschädigt werden könnte. Für uns als Nachfahren der Opfer des deutschen Völkermordes an den Angehörigen unserer Minderheiten ist dieses Denkmal ein unersetzlicher Ort, um den wir lange kämpfen mussten. Weiterlesen


Anna Schwarz Straße

zur Diskussion im Kulturausschuss 16.06.2020

Info: Zeitgleich wurde im Kulturausschuss die Benennung zweier (neuer) Straßen nach der Jüdin Rosa Lazarus und der Sintezza Anna Schwarz (Namenspatin unseres Kulturhauses seit 2017) beantragt. Werkstattfilm, eine Oldenburger Initiative, erforscht seit langem die Geschichte von Rosa Lazarus. Ein anderer Beschlussvorschlag einer Partei: "Die Namen Rosa Lazarus und Anna Schwarz werden in Zusammenarbeit mit der Carl von Ossietzky Universität dahingehend untersucht, ob zu Ehren dieser Frauen Straßenbenennungen gerechtfertigt sind."

Zur Erinnerung: Gegenstand der Studie
"Die wissenschaftliche Arbeit ... widmet sich der Frage, inwieweit Personen, die in Oldenburg durch Straßennamen geehrt werden, mit dem nationalsozialistischen Regime verstrickt waren. ...
Ausgenommen von der Prüfung waren Benennungen nach Widerstandskämpfern oder Opfern der NS-Diktatur sowie allseits anerkannten, der NS-Belastung unverdächtigen Persönlichkeiten."  Hier finden Sie die Straßennamenstudie 2013 » (PDF, 2 MB).

Über die 2013 erstellte Untersuchung und die Konflikte hat Herr von Reeken im Buch "Verhandelte Erinnerungen: Der Umgang mit Ehrungen, Denkmälern und Gedenkorten" einen lesenswerten Artikel geschrieben: "Heyl, Hindenburg, Hinrichs, Oldenburger Konflikte um Straßennamen" (Seite 291). Im übrigen wurde nur eine Straße umbenannt, und es war eine Frau (74 Personen, davon 8 Frauen wurden untersucht). Die Anzahl von mit einer Straßennamen geehrten Opfer des Nationalsozialismus ist nicht einfach nachzulesen, die von einer (Sinti)-Bürgerinitiative erreichte Namensgebung einer Familie Mechau Straße (benannt nach der mit 22 ermordeten Familienangehörigen der Sintifamilie Mechau) ist einfach: Eine Straße.

Auch sonst ist die Geschichte der Sinti ohne größere Spuren in Oldenburg. Das Denkmal für die 74 ermordeten oldenburger Sinti am Friedhofsweg wurde auch von der oben genannten Bürgerinitiative angeregt.

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Kundgebung Black Lives Matter

am 6. o6.2020 Schlossplatz Oldenburg

Auf der Suche nach Erklärungen, was Rassismus ist, haben wir einen  Text gefunden. Die Autor*innen beziehen Sinte_zza und Rom_nja ausdrücklich ein. LINK


Mai 2020 Lokale Geschichte entdecken

Ausstellung Werkstattfilm - so sehen unsere Räume zur Zeit aus:

Nationalsozialismus in Oldenburg Es geht um jüdische Bürger, Sinti und Roma, Zwangsarbeiter sowie um das alltägliche Leben in Oldenburg zwischen 1933 und 1945.

Geplante Veranstaltungen und Ausstellungen mussten ausfallen, Vorbereitungen für die nächsten sind erschwert durch die finanziell bedingte Unklarheit für das Weiterbestehen des Anna Schwarz RomnoKher.


8.Mai 2020 Tag der Befreiung

vor 75 Jahren

Plakat der InitiativeGedenkort ehem. KZ Uckermark, die den 28.April als Tag der Befreiung begehen
Plakat der InitiativeGedenkort ehem. KZ Uckermark, die den 28.April als Tag der Befreiung begehen

Der 8. Mai ist als Tag der Befreiung in verschiedenen europäischen Ländern ein Gedenktag, an dem als Jahrestag zum 8. Mai 1945 der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und damit des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa und der Befreiung vom Nationalsozialismus gedacht wird.
Im Gegensatz zur DDR war der 8. Mai in der frühen Bundesrepublik Deutschland kein Bezugspunkt in der Erinnerungspolitik und erfuhr auch ansonsten wenig öffentliche Aufmerksamkeit. Als erste Bundesregierung gab die sozial-liberale Koalition unter Willy Brandt am 8. Mai 1970 eine offizielle Regierungserklärung anlässlich des 25. Jahrestages im Deutschen Bundestag ab. Vertreter der CDU/CSU-Opposition versuchten dies zu verhindern und erklärten „Niederlagen feiert man nicht“ und „Schande und Schuld verdienen keine Würdigung“.
In den 1970er Jahren verstärkte sich die Aufmerksamkeit für den 8. Mai als politischen Gedenktag deutlich. Seit 1985 wurde in der Bundesrepublik verstärkt darüber diskutiert, wofür der 8. Mai 1945 steht: für die totale militärische Niederlage Deutschlands oder für seine Befreiung vom Nationalsozialismus. Während in der Nachkriegszeit der Aspekt der Niederlage im Vordergrund stand, hat der Aspekt der Befreiung zunehmend an Gewicht gewonnen. Historisch haben die Alliierten allerdings nicht gegen das Deutsche Reich Krieg geführt, um es zu befreien, sondern um es militärisch zu besiegen. Befreit im Wortsinne durch alliierte Truppen wurden Hunderttausende aus politischen, rassischen, religiösen u. a. Gründen Gefangene in den Zuchthäusern, Konzentrations- und Vernichtungslagern und auch nichtinhaftierte Menschen, welche mit der NSDAP-Diktatur nicht konform gingen und teilweise aus dem Untergrund gegen diese kämpften.
Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz forderte die Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland, Esther Bejarano den 8. Mai zu einem Feiertag zu erklären. Bereits im Mai 2018 hatte der Bundeskongress des DGB beschlossen, sich für einen bundesweiten Feiertag einzusetzen.  Wikipedia


Anna Schwarz-RomnoKher geschlossen und doch offen ...

Corona, eigentlich bekannt als ein Draht, der direkt über der  Fotoleitertrommel eines Laserdruckers angebracht ist und mit 6000 bis 7000V Hochspannung aufgeladen wird.

Hier ist natürlich der Corona Virus gemeint, dessen Ansteckungsgefahr auch unser Kommunikationszentrum zum vorläufigem Schliessen zwang.

Um den Draht zu Euch, den potenziellen Besucher*innen, nicht abreissen zu lassen, werden wir diese Homepage stärker nutzen und über unsere Pläne und Versuche berichten.

Beispiel: MINTI Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik oder Mädchen in Naturwissenschaft und Technik oder?

Im Anna Schwarz RomnoKher stehen kleine Tische mit moderner Technik zum Anschauen, ausprobieren und Verstehen lernen LINK.


Eigentlich reduziert sich viele moderne Technik auf das Bewegen von mehreren (Schritt-) Motoren  durch Software, ob dies ein 3 D Drucker, ein Schneideplotter, eine CNC-Fräse, ein CO2 Laserplotter oder ein Vertikalplotter ist: alle bewegen ein Werkzeug (Schmelzvorrichtung, Schneidemesser, Spindelmotor mit Fräse, Laser oder Filzstift an durch Software gesteuerte Wegen, manchmal sind die Werkzeuge austauschbar – der 3 D Drucker mit Filzstift, LED Laser oder gar Fräse.

Auf den Tischen stehen 4 Roboterarme, Kinderspielzeug, aber um das Prinzip zu verstehen und mit den Händen kleine Würfel zu transportieren und auf einander zu stellen, reichen sie. Zwei sind mit Handsteuerung und Computersteuerung, einer mit hydraulischer Steuerung und einer hat eine per Minicomputer gesteuerte Handysteuerung.


Mittwoch, 04.12.2019, 19.00 Uhr

„Es steht mir zu, zu leben”

Esther Bejarano berichtet über ihre Haft in Auschwitz und Ravensbrück

Länge: 30 Minuten; D 1993

Die Jüdin Esther Bejarano wurde im April 1943 nach Auschwitz deportiert. Als Musikerin muss sie im ‚Mädchenorchester’ spielen. Im Oktober 1943 wurde sie zur Zwangsarbeit nach Ravensbrück verlegt. Die Befreiung erlebte sie auf dem so genannten Todesmarsch. wikipediaEin Film aus dem Videoarchiv „Die Frauen von Ravensbrück“. Dort sind z. Z. über 100 Interviews mit Frauen und auch Männern einsehbar, die zwischen 1933 und 1945 in den Konzentrationslagern Moringen, Lichtenburg und/oder Ravensbrück inhaftiert waren. Die Interviews aus der Sammlung der Filmemacherin Loretta Walz, die in den Jahren 1980 bis 2010 aufgezeichnet wurden, geben einen Einblick in die Lebensgeschichten von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus unterschiedlichsten Gründen verfolgt und inhaftiert waren. Link zum Videoarchiv

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Was ist gemeinnützig? Zur Entscheidung eines Finanzamtes
Esther Bejarano, Ehrenvorsitzende der VVN–BdA, der gemeinnützigen Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten schreibt einen offenen Brief an den Bundesminister der Finanzen vom 25. November 2019 zum Entzug der Gemeinnützigkeit
Auschwitz-Komitee Esther Bejarano_ Offen
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Donnerstag, 05.12.2019, 20.00 Uhr

Eine ehrenwerte Familie

Lesung mit Kutlu Yurtseven

Die Microphone Mafia -
Mehr als nur Musik

»Begeistert«, »beeindruckt«, »bewegt« sind häufige Reaktionen auf Konzerte von >Bejarano & Microphone MafiaMicrophone Mafia< zurück. Deren Geschichte und die persönliche Geschichte dieser beiden findet sich im Buch.

Aufgewachsen im Schatten der Bayer-Werke, würdigen sie zunächst die erste Generation jener Arbeitsmigranten, die »alles gaben«. Stets standen sie für das Selbstbewusstsein des HipHop, das nicht nach dem Lebenslauf fragt. Neben unbeschwerten Stücken prägen solche über die Brandanschläge der 1990er Jahre das Repertoire der Band. Das NSU-Attentat auf der Kölner Keupstraße erfuhr Kutlu aus der Nähe - allein Grund genug, sich auch jenseits der Musik in Initiativen oder auf der Schauspielbühne zu positionieren. Gastbeiträge von Esther und Joram Bejarano, Chaoze One, Murat Güngör, Hannes Loh (Anarchist Academy) u. a. runden das Buch ab.


Sonntag 8.12.2019, 11.30 Uhr - Vortrag und Diskussion

Kontinuitäten nach 1945

und Offenes Gedenken

Referentinnen der Initiative für einen Gedenkort
ehemaliges Konzentrationslager Uckermark e.V. (HH)
berichten und laden zur Diskussion ein. Dies ist die Abschlussveranstaltung unserer Reihe "Offenes Gedenken". Wir freuen uns, dass zwei Frauen, die unter anderem die Ausstellung erstellt haben, ins Anna Schwarz RomnoKher kommen und über die Kontinuitäten nach 1945 und ihr Verständnis vom "Offenen Gedenken" sprechen werden.

Wir dokumentieren einen Text: "Offenes Gedenken bedeutet für mich" im Download...

 

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2013_OffenesGedenken.pdf
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Ausstellung und Veranstaltungsreihe  - Vom 18.10 bis 8.12.2019

OFFENES GEDENKEN

Das Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen und späteren Vernichtungsort Uckermark

Mitglieder des Vereins waren auf der Suche nach Möglichkeiten des Gedenkens und fanden das von der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges Konzentrationslager Uckermark e.V. ersonnene „Offene Gedenken“, ein kritisches, aktives, antifaschistisches und feministisch motiviertes Gedenken.

Teil dieses Gedenkens beinhaltet ein alle ein bis zwei Jahre stattfindenes Bau- und Begegnungscamp für FLIT-Personen.

Das Uckermark-Netzwerk stellt sich einer Musealisierung des Gedenkens entgegen und arbeitet immer mit antifaschistischem Gegenwartsbezug – der eine Kritik an der Verfasstheit deutscher Erinnerungs- und Gedenkarbeit einschliesst. (aus dem Katalog der Ausstellung).

Die Ausstellung von der Initiative für einen Gedenkort macht die immer noch weitgehend unbekannte Geschichte dieses Ortes sichtbar. Dort wurden von 1942 bis 1945 Mädchen und junge Frauen, die überwiegend als ‚asozial‘ diskriminiert und verfolgt wurden, unter extrem schlechten Lebensbedingungen interniert, mussten Zwangsarbeit leisten und wurden gefoltert.
   Es fanden außerdem kriminalbiologischen Untersuchungen des Rassenhygienischen Instituts im Jugendkonzentrationslager Uckermark statt.   

Download
Uckermark-Faltblatt
Uckermark-Faltblattkl.pdf
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18.10.2019  - 19.00 Eröffnung
...das nannte man unsozial
Das Mädchenkonzentrationslager, 20 min
Musik: Sinti Swing Oldenburg

23.10.2019  - 19.00 Film
zugang erwünscht
uckermark, die entwicklung eines gedenkortes 50 min

06.11.2019 -  19.00 Film
...dass das heute noch immer so ist
Kontinuitäten der Ausgrenzung, 60 min


17.11.2019 - 11.00 –19.00 Workshop
Klassismus Workshop

20.112019 - 19.00 Film
Aber man kann des gar net so sagen, wie’s wirklich war...
Die Sintezza Sophie Wittich berichtet über ihre Haft
in Auschwitz und Ravensbrück, Regie: Loretta Walz, 30 min

04.12.2019  - 19.00 Film
Es steht mir zu, zu leben
Esther Bejarano berichtet über ihre Haft in Auschwitz
und Ravensbrück, Regie: Loretta Walz, 30 min

8.12.2019  - 11.30 Vortrag und Diskussion
Kontinuitäten nach 1945 und Offenes Gedenken
Referentinnen der Initiative für einen Gedenkort
ehemaliges Konzentrationslager Uckermark e.V. (HH)
berichten und laden zur Diskussion ein


Das Anna-Schwarz RomnoKher, Oldenburger Kulturzentrum von Sinti und Roma in Zusammenarbeit mit dem FEMREF, Feministisches Referat des AStA der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg und einigen interessierten Personen organisiert diese Veranstaltungsreihe in den Räumen des Vereins.

Vom 18.11 – 8.12.2019 wird die Ausstellung im Anna-Schwarz RomnoKher-Oldenburg e.V. zu sehen sein.
Samstags von 12 – 16 Uhr sowie im Zeitraum von einer Stunde vor bis ca. zwei Stunden nach einer Veranstaltung. Besichtigungen der Ausstellung zu weiteren Zeiten: kontakt@romno.de oder 0441-  30 43 56 44 vereinbar.

unterstützt durch das Kulturbüro und die Fachstelle für Integration der Stadt Oldenburg


Fotos - von der ComicAusstellung


Gibsy- Fotos von der Veranstaltung

Über den Besuch der Brüder Wagner zu unserem "Filmkonzert" Gibsy über den Sintoboxer Johann Rukeli Trollmann haben wir uns besonders gefreut. Sie waren lange aktive Boxer und Herr "Goldie" Wagner hat mit seinen 82 Jahren über 600 Kämpfe bestritten.  Auch dass Herr Ulf Prange, ehemaliger Vorsitzender des Oldenburger VFB Verein für Boxsport und Landtagsabgeordneter im Niedersächsischen Landtag, unsere Einladung angenommen hatte, gab dem Film die passende Aufmerksamkeit. Danke dafür! Der Film"Gibsy" von dem Bremer Regisseur Eike Besuden (VERRÜCKT NACH PARIS) mit vielen Originalfilmschnipseln aus den 20er und 30er Jahren war spannend und informativ.


Sonntag 17. März 2019, ab 18 Uhr - Filmkonzert:

Film Gibsy + Sinti Swing Oldenburg

Auf Grund der guten Erfahrung mit dem Filmkonzert über die Geschichte des berühmten Jazzmusikers Django Reinhardt im letzten Jahr organisieren wir am 17. März 2019 wiederum ein „Filmkonzert“, dass bedeutet:

Ein Film und in den Pausen Musik mit der Gruppe Sinti Swing Oldenburg
GIBSY
Die Geschichte des Boxers Johann Rukeli Trollmann:
Verfilmung der tragischen Lebensgeschichte des berühmten, Sinto-Boxers Johann Rukeli Trollmann und seiner Todesumstände.

Regie und Produzent:  Eike Besuden
mit Hannes Wegener und Hannelore Elsner, BRD 2013, 90 min
1933 gewann der Boxer und Sinto Johann Rukeli Trollmann gegen Adolf Witt im Halbschwergewicht und wurde Deutscher Meister. Seine herausragende Schnelligkeit und der furiose Sieg machten ihn in ganz Deutschland populär. Kurze Zeit später hat die Nazi-durchsetzte Jury ihm den Titel mit einer fadenscheinigen Begründung wieder aberkannt.
Im Zweiten Weltkrieg war sein trauriges Schicksal besiegelt, als er 1942 ins KZ Neuengamme deportiert wurde. Aufgrund seiner Bekanntheit als Box-Star wurde er immer wieder von SS-Funktionären zu Boxkämpfen herausgefordert und im Zuge dessen von einem Kapo totgeschlagen.

Film „Gibsy“ (ab ca 19 Uhr mit Pause) Sinti-Swing Oldenburg und Comic-Ausstellungseröffnung


17. März – 31. März (Sonntags + Dienstags + nach Vereinbarung)

"Comic"-Ausstellung

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Frage, wie die Zeit des Nationalsozialismus im Comic thematisiert und dargestellt wird. Viele Comics, die die NS-Zeit behandeln, Bezug auf diese nehmen oder deren Handlung in der Zeit spielt, sind aber teilweise nur schwer erhältlich. Wir bieten Besucher*innen die Möglichkeit in über 40 Exemplaren zu lesen (teilweise auf englisch oder französisch) und zeigen Comic-Strips/-Panels in Großformat. Dabei sind „Graphic-Nouvelles“ von/über Sinti und Roma, über die „Boxer von Auschwitz“, aber auch Beispiele erster antirassistischer Comics von afroamerikanischen Frauen und Männern, Fachbüchern und mehr.
An den Ausstellungstagen ist unsere künstlerische Werkstatt mit Siebdruck, Offsetlithographie und Kunst-Plotter zum Thema Comic aktiv.
17. – 31. März 2019

Di. 18 – 20 Uhr und So. 15 – 18 Uhr

+ nach Absprache

17. 03. Ausstellungseröffnung ab 18 Uhr beim Filmkonzert

gefördert durch:


Anhaltende Ausgrenzung

Ergebnis des Rahmenkonzepts Erinnerungskultur der Stadt Osnabrück (2014)

Diskriminierung und rassistische Verfolgung von "Zigeunern" in Osnabrück von den 1920ern bis in die 1950er Jahre

Aus dem Vorwort:
Das vorliegende Buch legt die Ergebnisse eines von der Stadt Osnabrück in Auftrag gegebenen Projektes vor. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand zunächst die Aufarbeitung der Geschichte der ,Papenhütte', eines in Osnabrück weithin bekannten Ortes wohnräumlicher Segregierung und sozialer Ausgrenzung. Im Laufe der Forschungen stellte sich heraus, dass die Bedeutung der ,Papenhütte' als unfreiwilliger Wohnort von Sinti nur durch eine Kontextualisierung mit der deutschen Geschichte dieser als Zigeuner diffamierten Osnabrücker Bevölkerungsgruppe hinreichend erklärt werden kann. Diese Geschichte kündet von sozialer Ausgrenzung und rassistischer Verfolgung und erfährt im Nationalsozialismus zwar ihren grauenhaften Höhepunkt. Doch die Ausgrenzungs- und Verfolgungsgeschichte ist nicht auf die Zeit zwischen 1933 und 1945 beschränkt. Sie folgt jahrhundertealten Traditionen der Abwehr von ,Zigeunern' und ist auch gegenwärtig noch von Vorurteilen und Rassismus der Mehrheitsgesellschaft gegenüber der Minderheit geprägt. Um diese Kontinuitäten einzufangen, argumentiert die Studie in ihren Quelleninterpretationen der 1920er bis 1950er Jahre epochenübergreifend. Nachvollziehbar wird die Geschichte durch den Blick auf die Denk- und Handlungsmuster der Täter innerhalb der Verwaltung und das Verhalten von Teilen städtischer Bevölkerung, die der Ausgrenzung und Verfolgung durch Billigung und Unterstützung Vorschub leistete. Das Buch folgt den strengen wissenschaftlichen Regeln, die eine Überprüfung der Ergebnisse möglich machen und sich jeder expliziten Normativität entziehen. Dennoch nimmt es eine Perspektive ein, die die Gegenwart der diskriminierenden Diskurse über ,Zigeuner' und die Praktiken ihrer Ausgrenzung und Abwehr kritisch und aufklärend hinterfragt. Link zum Buch (Band 52)


Kulturabend für

die Roma, Sinti und Jenischen

Schloss Bellevue, 22. Januar 2019

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeyer und Christel Schwarz vom Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeyer und Christel Schwarz vom Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V.

Aus der Rede des Bundespräsidenten
Frank-Walter Steinmeier:

"...Ich wollte mit diesem Abend vielmehr ein deutliches und – wie ich finde – längst überfälliges Zeichen setzen. Es gibt in Europa und es gibt in Deutschland eine oft bewusst oder unbewusst übersehene, vernachlässigte, ja verdrängte oder sogar unterdrückte Kultur, die gerade hier, am Sitz des Staatoberhauptes unseres Landes sichtbar gewürdigt werden sollte. Die Kultur der Roma und Sinti, also die Kultur der größten Minderheit in Europa, sollte gerade hier einmal im Mittelpunkt stehen.

Dieser Ort nämlich, das Schloss Bellevue, liegt nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt von der Zentrale des Terrors, von wo im Nationalsozialismus auch die planmäßige Vernichtung der Sinti und Roma organisatorisch geleitet wurde – gemäß dem Willen des damaligen deutschen Staatsoberhauptes.
Es ist gut, dass nun endlich mehr und mehr auch der mit Recht von Romani Rose und vielen anderen so genannte “vergessene Holocaust" an den Sinti und Roma ins allgemeine Bewusstsein gelangt. Viele haben dazu beigetragen. An erster Stelle Sie, die Sinti und Roma selber, die unermüdlich auf das schreckliche Schicksal einer halben Million Mordopfer in Europa, davon 20.000 deutsche Sinti und Roma, hingewiesen haben – und auf den dauernden Schmerz, der in fast allen Ihren Familien bis heute lebendig ist..."

LINK Die ganze Rede


Stadtgeschichte Oldenburg

Kurz, unvollständig und vergleichbar?

Dieses Jahr (2019) haben wir uns vorgenommen, die Erinnerungsarbeit ähnlich der niedersächsischen Städte Braunschweig und Osnabrück mehr Raum im Internet zu geben und uns dafür einzusetzen, das dies auch auf der städtischen Internetpräsenz geschieht. Als Beispiel die Konzepte der oben erwähnten Vorbilder:

Rahmenkonzept Osnabrück   Gedenkkonzept Braunschweig 

Auf der Internetseite der Stadt Oldenburg steht unter STADTGESCHICHTE zum Nationalsozialismus folgendes:

Startseite > Tourismus & Portrait > Zeitgeschichte > Stadtgeschichte > 20. Jahrhundert

"Das dunkle Kapitel des Nationalsozialismus ging an der Stadt nicht vorbei. Bereits 1932 stand Oldenburg unter der Herrschaft einer nationalsozialistischen Landesregierung. Diese setzte den amtierenden Oberbürgermeister Theodor Goerlitz ab, der in seiner Amtszeit (1921-32) große Verdienste für die Stadt errang: So sorgte er zum Beispiel für Eingemeindungen und schuf auf diese Weise Fläche für Wohnungsbau und Industrieansiedlung (zum Beispiel der Fleischwarenfabrik im Haareneschviertel), was mittelbar Voraussetzung zur Schaffung von Arbeitsplätzen war und zu erhöhten (Steuer-)Einnahmen für die Stadt führte.

Unter Führung der Nationalsozialisten wurde Oldenburg Gauhauptstadt Weser-Ems und blieb es bis 1945. Wie andernorts in Deutschland wurden auch in Oldenburg jüdische Mitbürger diskriminiert und verfolgt: Die Geschäfte jüdischer Kaufleute wurden boykottiert, Schilder mit der Aufschrift „Juden sind hier unerwünscht“ prägten das Stadtbild und ab August 1935 wurde Juden der Eintritt in die städtische Badeanstalt an der Hunte verwehrt. In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 ging die jüdische Synagoge an der Peterstraße in Flammen auf. Auch die benachbarte jüdische Schule brannte aus. Hunderte von Juden flohen oder wurden deportiert. Insgesamt wurden über 100 jüdische Oldenburger Opfer des Holocausts." LINK

Zeitgeschichte > Oldenburger (Ober-)Bürgermeister > Dr. Heinrich Karl Paul Rabeling > Die Jahre 1933 - 1945

"Bereits bis zum September 1936 mussten mehrere jüdische Geschäftsleute in Oldenburg ihre Betriebe an deutsche Inhaber verkaufen. Der Ton gegen jüdische Mitbürger wurde zunehmend schärfer. Alle in Oldenburg ansässigen jüdischen Viehhändler mussten 1936/37 ihre Gewerbeerlaubnis abgeben, da sie als Juden als „nicht vertrauenswürdig“ galten. An vielen Orten wurden Schilder mit der Aufschrift „Juden sind unerwünscht“ angebracht und den Juden das Betreten einiger öffentlicher Einrichtungen untersagt.

Mit dem reichsweiten Judenpogrom vom 9. November 1938 begann auch in Oldenburg die unmittelbare Verfolgung der Juden. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurde die Synagoge in der Peterstraße in Brand gesteckt und am 10. November sämtliche männlichen jüdischen Oldenburger verhaftet. Sie wurden von der Polizeikaserne am Pferdemarkt durch die Innenstadt zum Bahnhof getrieben und von dort in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert." LINK


Drucken wie Otto Pankok!(?)

ein kleiner DruckKurs, Sieb-, Linoldruck und Folienplotten

Na ja, wir wissen nicht wie Otto Pankok gedruckt hat, zum Linolschnitt reicht es bei uns im Anna-Schwarz RomnoKher und Spaß hat es gemacht – ich habe nachgefragt.

Am Donnerstag den 22. November haben wir im Rahmen der Settela Steinbach-Ausstellung einen Druckkurs gemacht.

Das fertige Motiv, eine Katze, wurde eingefärbt, mit Papier belegt und durch die große Presse gekurbelt. In der Eile vergaßen wir den dicken Filz als Zwischenlage, aber es klappte trotzdem.

Aus Datenschutzgründen mussten wir hier auf das Abbilden des konzentrierten Gesichtsausdrucks des "Druckers" verzichten,

Die rote Farbe befand sich aber wirklich nur auf dem Druckstock und nicht auf dem Drucker!


Ohne Filz und ohne Motorkraft, aber es "druckte"! Siehe nächstes Bild!

Die Katze, Symbol für Pech oder für Glück und Freiheit. Sie wurde verehrt als Gottheit, im Mittelalter als Wegbegleiterin von Hexen.



Ausstellung ab Mittwoch, 15. – 24.November, täglich 15 – 18 Uhr

Settela Steinbach, der Bildikone

ihre Geschichte zurückgeben

Propagandistische Selbstzeugnisse des Regimes dominieren bis heute problematischerweise das Bild des Nationalsozialismus. Der Kulturverein der Oldenburger Sinti und Roma, Anna-Schwarz RomnoKher, will darum anhand von einer Bildikone, dem „Mädchen mit dem Kopftuch“ aus dem Westerborkfilm etwas dagegensetzen: Mit einer Ausstellung privater Fotos und der Vorstellung von zwei engagierten Nachfahrinnen von Settela Steinbach.

 

Unsere Vorstellung der Geschichte ist visuell geprägt. Vergangenheit, erst wenn sie durch Bilder versinnlicht ist, gelangt überhaupt in unser Gedächtnis. Demnach hängt der Stellenwert einer Opfergruppe in der Erinnerungskultur nicht zuletzt vom Vorhandensein und der öffentlichen Präsenz von Bildern ab, die die an ihnen begangenen Verbrechen repräsentieren. Es darf vermutet werden, dass diese blinden Flecken der Erinnerung - das Fehlen von Bildikonen, die als Fixpunkte historischer Erinnerung dienen könnten - mit dazu beigetragen haben, dass der Völkermord an den Sinti und Roma jahrzehntelang aus dem historisch-kulturellen Gedächtnis ausgeschlossen wurde. 


Vortrag + Film: Dr. Florian Krautkrämer - Mittwoch, 14. November 2018, 19 uhr

AUFSCHUB - Das Lager Westerbork

und der Film von Rudolf Breslauer/ Harun Farocki


Aufschub – das ist ein 40minütiger Film, den Harun Farocki  2007 aus 90 Minuten ungeschnittenem, stummem Filmmaterial zusammengestellt hat. Auf Befehl des Lagerkommandanten Gemmeker musste der deutsch-jüdische Fotograf Rudolf Breslauer im niederländischen  »Durch­gangslager« Westerbork 1944 den Alltag der Lager-Gefangenen dokumentieren, ihre Arbeit, ihre Freizeitaktivitäten – es sollte eine Art Imagefilm entstehen, der offiziellen Besuchern des Lagers vorgeführt werden sollte, um Arbeitseffizienz, Lagerorganisation und Häftlingssituation in günstigem Licht erscheinen zu lassen. Das Material gibt Bilder der Bäder, Küche, Wäscherei, Krankenhaus, Landwirtschaft zu sehen, aber auch zwei ankommende Züge und einen in die »Ar­beits­lager im Osten« abfahrenden Zug:
Die Bilder zeigen nicht das, was wir von einem Holocaust-Dokument erwarten, sondern lachende Menschen, entspannte Pause während der Feldarbeit, Gymnastik, Werk­stattarbeit, Bühnenshows, geschäftiges Treiben und Winkende auf dem Bahnsteig. All die Ge­sichter im Film zeigen uns heute eine fürchterliche Ambivalenz zwischen Hoffnung und dem Wissen, dass sie nicht zurückkehren werden – nämlich unserem nachgereichten Wissen, weil wir wissen, wo diese Züge im Osten endeten.
Jeden Dienstag ging ein Zug in Richtung Osten, und jeder der Insassen musste angst- und qualvoll Woche für Woche hoffen, dass der eigene Name beim Verlesen der Deportationsliste nicht fiel.   Aus dem Buch von Florian Krautkrämer

gefördert durch:


Django, ein Leben für die Musik

FILMKONZERT, Sonntag, 28. OKTOBER 2018, Einlass 17.30

Wir eröffnen den Goldenen Oktober 2018 mit einem besonderen Ereignis:

Ein FILMKONZERT

Im Frankreich des Jahres 1943 ist Django Reinhardt (Reda Kateb) einer der beliebtesten Entertainer und Musiker, jeden Abend spielt er vor ausverkauftem Haus. Mit seinem lebhaften Gypsy-Swing ist der Jazzgitarrist so erfolgreich, dass sich selbst die deutschen Besatzer davon anstecken lassen, die Angehörige der Sinti wie ihn sonst gnadenlos verfolgen und ermorden. Django jedoch kann sich vorerst in Sicherheit wiegen – bis er sich weigert, in Deutschland auf Tournee zu gehen, wie es die Nazis von ihm verlangen. So ist er gezwungen, aus Paris zu fliehen, wobei ihm seine Geliebte Louise (Cécile De France) hilft. Gemeinsam mit seiner schwangeren Frau Naguine (Bea Palya) und seiner Mutter Negros (Bimbam Merstein) flüchtet er an die Schweizer Grenze, wo er auf weitere Mitglieder seiner Familie trifft. Gemeinsam planen sie, über den Genfer See in die Schweiz zu gelangen. Doch die Nazis haben Djangos Spur bereits aufgenommen...

 

IM ANNA-SCHWARZ-ROMNOKHER, STEDINGERSTR. 45A
26135 OLDENBURG, Einlass 17.30, Eintritt 5 €
mit der Band SINTI-SWING OLDENBURG, Popkorn u.v.a.
Veranstalterin: Anna-Schwarz-RomnoKher,

Osternburger Kulturzentrum Sinti und Roma in Oldenburg


AfD-Parteitag entgegentreten

Keinen Schritt zurück - am 27.10.2018 um 13 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz-Süd

Ein großes Bündnis von  62 Gruppen trat am 27. Oktober 2018 dem Parteitag der AFD mit einer Demonstration entgegen. Unter dem Slogan "Kein Schritt zurück!" wurden Kundgebungen und Demo als gemeinsamer Schritt organisiert, an der wir als Anna-Schwarz RomnoKher OL teilnahmen. Diesmal waren wir persönlich mehrmals beim Organisationstreffen und erreichten, dass im Aufruf auch gegen Antiziganismus aufgerufen wurde, was leider nicht selbstverständlich ist. Das im Begriff das Wort "Zigan" steckt und von vielen Bürgerrechtler*innen kritisiert wird, war uns bewusst. Einen neuen Begriff wie z.B. "Antiromaismus" einzuführen, ist noch nicht besprochen worden.

Auf der Demo haben wir uns vor lauter Menschen (Zählungen von 6000 bis zu 10000 sind im Umlauf) nicht alle wiedergefunden, aber es war ein gutes Gefühl, nicht nur daran teilgenommen zu haben.

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Aufruf Keinen Schritt zurück- AFD-Parteitag entgegentreten
Aufruf mit Erstunterzeichner*innen
AufrufDemoGegenAFD27.10.pdf
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AFD: Sinti und Roma

AfD-Anfrage: Wie viele Sinti und Roma leben in Sachsen?

Die Aufregung und Empörung über den Vorstoß des italienischen Innenministers Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega Nord, eine Zählung von Sinti und Roma in seinem Land durchzuführen, ist immer noch enorm. Ähnliche Vorstöße gibt es auch in Deutschland - von der AfD.

Am 13. Juni 2018 stellte der AfD-Landtagsabgeordnete Carsten Hütter eine kleine Anfrage an den sächsischen Landtag. Zum einen will Hütter wissen, wie viele Sinti und Roma seit 2010 in Sachsen leben, aufgeschlüsselt nach deutscher und anderer Staatsangehörigkeit – Außerdem will Hütter unter anderem wissen, wie viele der Sinti und Roma Schüler*innen sind und ob die Schulpflicht hier eingehalten werde.

Eine ähnliche kleine Anfrage wurde 2015 von Abgeordneten der AfD in Hamburg mit dem Titel „Integration von Roma“ gestellt. 2014 stellte die AfD im Thüringer Landtag die Kleine Anfrage „Abschiebung und Abschiebehindernisse II“, in welcher der Protest gegen die Abschiebung von Roma-Familien als kriminelle Tat dargestellt wurde. In Berlin stellten Abgeordneten der AfD 2017 eine Kleine Anfrage an den Senat, in der versucht wurde, den Roma-Verein Amaro Foro mit vermeintlich linksextremen Organisationen in Verbindung zu bringen.

 

2015 forderte die AfD-Abgeordnete Corinna Herold im Thüringer Landtag, statistisch zu erheben, wie viele Homo-, Bi- und Transsexuelle im Bundesland leben.

Im März 2018 wollte die AfD mit einer Kleinen Anfrage im Bundestag erfahren, wie sich die Zahl der behinderten Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland seit 2012 verändert habe.

Alles, was die AfD erreicht, indem sie Menschen nach sexueller Orientierung oder Ethnie zählt, ist, diese als Minderheit und andersartig zu brandmarken. Sie zählt die, die nicht zu ihrem Gesellschaftsbild passen, reduziert diese Menschen auf eine einzige Eigenschaft und trägt dazu bei, dass sie gesellschaftlich isoliert werden.


Fahrt zum Historikertag, Münster

„Gespaltene Gesellschaften“

Vom 25. bis 28. September 2018 fand in Münster unter dem Motto „Gespaltene Gesellschaften“ der 52. Deutsche Historikertag statt. Vertreten mit einer Veranstaltung waren u.a. Mitglieder der Forschungsstelle Antiziganismus. Als ein Ergebnis des Staatsvertrages zwischen dem Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg e.V. und dem Land Baden-Württemberg (2013) wurde die Forschungsstelle Antiziganismus am Historischen Seminar der Universität Heidelberg errichtet.

     Münster ist nicht weit und hat mit der "Villa ten Hompel" einen interessanten Geschichtsort (Sitz der Ordnungspolizei im Nationalsozialismus, Ort der Entnazifizierung und Dezernat für Wiedergutmachung im Nachkriegsdeutschland).

Hier ein Bericht

 


Die Fabriketage

200 qm Raum für Kultur

Zur Lage des  Kulturzentrums: es liegt in der Stedingerstraße 45a in Oldenburg/ Osternburg. Es soll für alle offen sein und wird vom Anna Schwarz RomnoKher Oldenburg e.V. für Sinti und Roma als Nachbarschaftszentrum betrieben. weiter lesen

Sinti und Roma als Nachbarn

eine alte Fabriketage im Hinterhof beherbergt die Räume, die wir als Atelier, Café und Galerie eingerichtet haben. Neben Konzerten, Vorträgen und Ausstellungen soll das gemeinsame schöpferisch Tätigsein zum Kennenlernen beitragen.

Kultur gemeinsam erleben

In der Kunst sind Sinti und Roma nicht wegzudenken: ob als negative Rolle in Büchern, Opern oder Operetten, als exotische Modelle in der Malerei; oder nur in der Musik als handelnde Künstler. Wir möchten durch verschiedene künstlerische Mittel, wie z.B. Siebdruck, Linoldruck und mit Hilfe von Hobbyplotter, 3D Drucker und evt. einer CNC Fräse ein ungewöhnliches Angebot zum Ausprobieren schaffen.


Aussenansicht

Workshops, Konzerte, Vorträge...

Raum zum Zusammensein