Nur kurz – ihr seid hier nicht auf einer Modellbauhomepage, sondern ähnlich wie in vielen Schülerwerkstätten in Universitäten oder Gymnasien wollen wir Kindern und Jugendlichen (nicht nur Sinti oder Romakindern) die Technik zeigen, die in aller Munde ist (und häufig hochgejubelt oder auch verteufelt wird). Wir selber haben auch erst jetzt uns mit dieser Technik aus einander gesetzt und müssen selber viel lernen. Verzeiht uns darum die unprofessionelle Herangehensweise. 

Auf dieser Seite zeigen wir, wie künstlerische Techniken neu umgesetzt werden können - z.B. entstanden Siebdrucke durch Perforieren einer Folie durch Laser oder Linoldrucke durch Fräsen mit der CNC Fräse. Auch Hochdruckformen probierten wir mit dem 3D Drucker aus.


3D Druck

Die Druckform mit dem 3D-Drucker herzustellen hat geklappt !

Die Größe der Druckform war bescheiden, damit der Druck der Form nicht solange dauert. Aber die Form mit dem Schnitzmesser in Linolium zu schneiden, wäre ähnlich zeitaufwändig.

Künstler*innen würden die Nase rümpfen, wenn sie davon lesen, aber alle künstlerischen Techniken haben Veränderungen erfahren, warum nicht auch der Hochdruck?

Unser 3D-Drucker hat eine Druckgröße von 30 x 30 cm, damit ist z.B. ein Din A 3 Kalender mit Kalendarium größenmäßig möglich.

Zumindest etwas aussergewöhnliches!


BÜcher binden

gedruckte Papiere zusammenbinden

Wir produzieren in unserer "Künstlerischen Werkstatt" viel bedrucktes Papier. Darum zeigen wir ein schnelles Verfahren aus Papier ein "Künstler*innenbuch" zu machen. Und zwar nicht, wie in vielen Workshops angeboten wird, ein sogenanntes Hardcoverbuch, sondern viele kleine Taschenbücher oder Paperbacks (Papierrücken).

(siehe Bild). Was dazu gebraucht wird und bei uns vorhanden ist: Ein gedruckter Stapel Papier, eine Stapelschneidemaschine, eine Nutmaschine, eine "Dritte Hand", spezieller Buchbinderleim und ein Pinsel

Stapelschneider

Mit einem kleinen Stapelschneider schneiden  wir das Din A 4 Papier in der Mitte zu Din A 5 (ca 14,8 x 21 cm).

(Um gute Bücher zu erhalten, muss  auf die richtige Laufrichtung des Papiers geachtet werden, aber leider hat das normale Schreibpapier immer die falsche Richtung WIKI).

Dritte Hand

Die sogenannte "Dritte Hand" hilft dabei, den Stapel Papier fest zuklemmen, zu leimen und den Deckel auf den akuraten Papierblock zu pressen. Bestehend aus zwei Metall(Regal)schienen und zwei Federklemmen, verbunden mit dem Fusspedal mit zwei Bowdenzügen einer Fahrradbremse.

Fusspedal

Lange gesucht und dann selbst gebaut:

Ein Balkenhalter und zwei Bretter aus dem Baumarkt, verbunden mit einem Scharnier, öffnet die "Dritte Hand".

Wenn der Buchblock zwischen den Schienen platziert ist, kann der Fuß weggenommen werden und die Federklemmen pressen ihn zum Leimen zusammen.



Der vorher genutete Deckel auf dem geleimten Buchblock.

Das geleimte Buch aus der "Dritten Hand" beim Trocknen fotografiert.

Test der Leimung: der spezielle Buchbinderleim trocknet elastisch in kurzer Zeit.



Das geleimte Buch wird dreiseitig beschnitten.

Hier die abgeschnittenen Teile plus fertigem Buch.

Den Buchdeckel haben wir mit  speziellen Siebdruck bedruckt.



Kalender 2021

auf die Schnelle

Während der 3D Drucker das Bootmodell druckt (ca 2 Stunden) kommt keine Müdigkeit auf:

Herstellung eines Kalender als Einzelstück.

Clèment Moreau, der antifaschistische Holzschneider hat es uns angetan. Eigentlich heisst er Carl Josef Meffert und musste nach einer abenteuerlichen Flucht vor den Nazis sich auch im Schweizer Exil verstecken und nahm dort den Künstlernamen an.

Sein Text auf der Homepage https://clement-moreau.ch/biografie/

fasziniert:

"Ich war nie in einer partei, ich bin ein menschlicher Gebrauchsgrafiker und jedermann der meine arbeit gebrauchen kann, dem gehört sie.

ich bin ein schüler der käthe kollwitz und ich versuche, so weit es mir gelingt, diese tradition – das menschliche und soziale – zu sehen und fortzusetzen. versteht ihr?"

13 Holzschnitte aus den Jahre 1937/38 sind jetzt in dem Kalender aus dem Werk Nacht über Deutschland abgebildet

Da sämtliche Bilder lizenzfrei unter Angabe des Künstlers verwendbar sind ( wie es sein Credo benannte) haben wir auch den Herstellungsprozess des Kalenders mit Fotos dokumentiert.

Etwas besseres Papier genommen, leicht cremefarbig, mit dem Din A3 Laserdrucker vom vorher erstellten Layout gedruckt, mit der Kalenderbindemaschine und dem Locher gestanzt und schon fertig.

Ganz fertig kann mensch aber auch die abgedruckten Bilder von Clèment Moreau machen: In vielen Zeichnungen gestaltete er das Schicksal Erich Mühsams.


Der Roboterarm mit Webkamera: hier werden Videoaufnahmen der verschiedenen Techniken auf Monitore oder gar per Beamer auf die große Leinwand geschickt, ferngesteuert von Kamerafrau oder -mann.

Der Vertikalplotter, bzw. ein Teil davon: Hier können riesige Motive geplottet werden, noch theoretisch selbst Schnittbögen direkt auf Stoff...



Pop-Up Karte mit dem Schneideplotter, dreidimensional aus Papier. Lotte Reiniger, berühmt für ihre Scherenschnittfilme, die sie per Hand erstellte, ist zu bewundern, siehe Video...

Scherenschnitt von Lotte Reiniger trifft auf die Musik von gimpelakwa und die Schnittkunst von Steffen Koch.

"Carmen" als bekannteste Oper, das mit dem antiziganistischen Bild der "schönen Gypsy" hier nicht mit deren Tod endet.



Der Schneide- und Stiftplotter, auf dem Papier und Stoff geplottet wird, z.B. als Schneideschablone für Siebdruck, als Popup-Karten, als Platinenmuster. Auf Kunststofffolien für Stoff zum Aufbügeln verzichten wir wegen Umweltschutz.